Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Wie die eigene Weltsicht den Umgang mit der aktuellen Krise beeinflussen kann


Ich berate mit meinem Unternehmen die Hotellerie auf dem Sektor Kommunikation bzw. Marketing. Meine Kunden befinden sich im Westen Österreichs und in Südtirol, ich selbst lebe in Innsbruck (und sollte eigentlich seit Anfang April zwischen Tirol und meinem neuen Zweitwohnsitz in Mallorca pendeln) und bin daher ebenso wie die Hoteliers als Unternehmer, der von der Hotellerie lebt, wirtschaftlich und als Bürger auch persönlich wie jede/r Andere betroffen.


Bei allem Respekt vor den im Moment vorhandenen wirtschaftlichen Herausforderungen und etwaigen Befürchtungen um die eigene Gesundheit beleuchte ich in diesem Beitrag die Fragestellung, welches Vertrauen man in die Welt und in sich selbst besitzt. Mir erscheint die Frage der mentalen bzw. psychologischen Komponente rund um das Corona-Thema als eine Entscheidende. Dies betrifft die Haltung der Hoteliers genauso wie jene der Konsumenten, die ich im Übrigen für kaufwilliger halte als so manch Unternehmer es wahrhaben möchte, zumal auch diese 1+1 zusammen zählen und meiner bescheidenen Einschätzung nach wohl davon ausgehen, dass sie in absehbarer Zeit ihr bevorzugtes Ferienziel aus der Nähe betrachten dürfen werden, auch wenn diverse Politiker aktuell schlimmste Befürchtungen äußern und meinen, sie müssten Europa für längere Zeit in nordkoreanische Verhältnisse führen.


Welchen Anteil besitzen die Medien und Politik an sich an der von manchen so wahrgenommenen Schockstarre und inwieweit schaden diese dem Seelenwohl der Menschen in einem unverhältnismäßigen Ausmaß? Sie haben doch massiv eine wahre Hysterie entfacht mit ihrem exzessiv genutzten Vokabular wie „Ausgangssperre“, „shut down“, „lock down“, "Betretungsverbot", mit ihren martialischen Bildern von beulenpestartigen Wucherungen, Ganzkörperschutzanzügen und dem offenbar unverzichtbaren bildlichen Untermalen eines jeden Beitrags durch vermummte Gestalten in spitalsgrünen oder weißen Masken oder Rettungsfahrzeugen.


Sieht Ihre Umgebung so aus? (wenn man aktuell von österreichischen Supermärkten absieht, die mich mehr an Lazarette als an Einkaufen erinnern). Die Brachialsprache mancher Politiker („härteste Maßnahmen“, „Krieg“) diente meiner Ansicht auch nicht gerade der Beruhigung der Bevölkerung. Die täglichen Fallzahlen, die notgedrungen nur steigen konnten und jederzeit wieder steigen können (Tote können ja bekannterweise nicht weniger werden), so wenig aussagekräftig sie letzten Endes sein mögen (Stichwort Grippetote), entfachten einen Wettbewerb zwischen Staaten und taten dazu ein Übriges. Wer sich das in großen Mengen hineinzog, musste zwangsläufig ein Bild vom Ende der Welt, zumindestens vom Ende einer vergnügten Welt, erhalten. Davor sind auch Entscheider diverser Medienpartner, mit denen ich Werbekooperationen unterhalte, nicht gefeit gewesen und waren dabei, für Mai geplante Werbeprodukte abzusagen. Sogar Online-Unternehmer aus anderen Branchen, deren Geschäfte derzeit gut laufen, beschwörten die Apokalypse hinauf, beim Einen oder Anderen mischten sich noch Verschwörungstheorien darunter. Aber ich traf auch auf Menschen, die einen ganz pragmatischen Zugang zum derzeit alles beherrschenden Thema hatten und meine optimistische Grundhaltung teilten. Das bayerische „Schau ma mal“ tat mir wohl.


Meiner persönlichen Logik folgend traf ich bereits vor einigen Wochen diese Entscheidungen:

1) Medienkonsum auf ein absolutes Minimum reduzieren, ich nahm am Mitzählwettbewerb nicht mehr teil, TV existiert für mich nicht, soziale Medien muss ich berufsbedingt selbst bedienen, halte mich dort jedoch fern von diversen Grüppchen, Foren und vor allem von als News getarnten Beiträgen. Mich persönlich Betreffendes würde ich ohnehin auf direktem Weg erfahren.

2) Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass keine Regierung dieser Welt und keine Wirtschaft dieser Welt einen „shut down“ über einen längeren Zeitraum zulassen könnte, bei allem Respekt vor dem Schutz des Lebens. Man würde und man wird auch Wege finden, mit Corona leben zu müssen wie mit anderen Krankheiten, unsere Gesellschaften werden sich sehr rasch darauf einstellen, trotzdem reisen, die Medizin wird sich weiter entwickeln etc. . Diese Haltung bezeichne ich als „Vertrauen in die Welt“.

3) Ich suchte sofort nach Lösungen für meine Kunden.


Ich habe bereits am berühmten Freitag, den 13.3. mit meinen engsten Kunden Kontakt aufgenommen, noch am selben Wochenende Strategien ausgearbeitet und wir haben am darauf folgenden Montag auf den Websites, in den sozialen Medien und per Newsletters reagiert. Lebenszeichen aus der Region, sowie Markenarbeit durch den Transport inhaltlicher Kernkompetenzen in Verbindung mit dem aktuellen Thema sollten den Kontakt zu den Konsumenten aufrecht erhalten und Beziehungen stärken. Auch ich musste zum Teil bei meinen Kunden erst einmal Überzeugungsarbeit leisten, Ihnen mit vor allem Hoffnung wohlbegründet und glaubhaft vermitteln und ich behaupte in aller Bescheidenheit, dass genau das etwas ist, durch das sich auch Berater auszeichnen sollten: „Leadership“. Wir hatten längst exakt jene Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt, die dann zwei Wochen später in diversen Branchennewsletters (nicht nur Tourismus) von diversen Experten als Krisenmanagement bezeichnet worden sind.


Ich wage heute zu behaupten, dass jene Hoteliers, die diesen Ball aufgenommen haben, damit gut gefahren sind und sich auch in ihrer Haut wohler fühlen, weil sie das Gefühl besitzen, das Heft selbst in die Hand genommen zu haben unabhängig davon wann und wie es wieder losgehen würde. Die Suchanfragen in Google unterscheiden sich kaum von jenen Ende März/Anfang April 2019 und wir haben gerade auf dem Sektor Gutscheinmarketing schon recht bald kleine symbolische Erfolge eingefahren, die jedoch für die Psychologie wichtig zum aktuellen Zeitpunkt erscheinen.


Fazit: die Schockstarre, von der nun so viel gesprochen wird, ist zu einem gewissen Grad auch hausgemacht, womit ich die Rahmenbedingungen, die natürlich äußerlich betrachtet zu einem Macht- und Kontrollverlust geführt haben, keineswegs kleinreden möchte. Ein Gedanke, der mich jedoch auch in Sachen „Vertrauen ins Leben“ gerade in diesem Kontext einholt: meine Wetterapp hat mich Ende März anlässlich angekündigter Nachttemperaturen von minus 4 Grad mit einer Wetterwarnung unter dem Titel „extreme Kälte“ bedacht. (nein, nicht für Mallorca, sondern für Innsbruck!).


Deshalb bestimmen diese beiden Zitate mein Tun: „Realität ist verhandelbar“ (Bodo Schäfer, „die Gesetze der Gewinner“) und „hüten Sie sich vor der Falle, Ihre eigenen lähmenden Annahmen oder die anderer ungeprüft zu akzeptieren“ (Anthony Robbins, „das Robbins Power Prinzip“). Die betreffenden Autoren könnten noch mehr Menschen Mut machen

Signal! Marketing & Development                                                                              +(43) (0)676/431 62 32
Kontakt/Impressum/Datenschutz
 

Signal! Marketing & Development e.U.

  • Alois Schrott Straße 8/5, 6020 Innsbruck  (Büro)

  • Jesserstraße 12, A-2333 Leopoldsdorf (Gewerbestandort)

  • Tal 44, D-80331 München (Büro D)

 

T +43 (0)676/431 62 32

gerald.grossbauer@signal-marketing.at